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Roßwein
und sein Heimatmuseum
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Klein-aber Oho

Eingang zum HeimatmuseumDas Museum ist nicht sehr groß, aber reich an Schätzen, welche in beeindruckenden Kreuzgewölben ausgestellt sind.


Am 14. Februar 1914 
schrieb der verdiente Ehrenbürger Roßweins, Herr Kammerrat Oswald Naupert, an den Stadtrat mit dem Vorschlag, Roßwein zu einem Heimatmuseum zu verhelfen. Bei dieser Gelegenheit schlug er das ehemalige Abthaus auf dem Stadtmarkt vor. 

Eben genanntes Abthaus wurde 1537-40 vom letzten Abt des Klosters Altzella, Andreas Schmiedewald, erbaut und von ihm 1544 an seinen Bruder, Antonio Schmiedewald, Bürgermeister zu Roßwein, übergeben.


Die Tuchmacherinnung...
als die stärkste Innung Roßweins, erwarb 1565 das Abthaus schließlich für 700 Meißnische Gulden, und so verblieb es auch mehrere Jahrhunderte in den Händen oben genannter Innung. 

Ein Aufruf an die Bevölkerung
Durch die architektonisch schönen Räumlichkeiten eignete es sich bestens zur Unterbringung der 
Sachzeugen des Heimatmuseums. Diesem Zweck wurde allerdings nur ein Raum zugebilligt. Ein Aufruf vom Rat der Stadt an die Bevölkerung erschien bereits am 24. Februar 1914 mit dem Anliegen, 
sämtliche Sachzeugen aus allen Lebens- und Arbeitsbereichen der Roßweiner dem Vorhaben in geeigneter Form zur Verfügung zu stellen.
Die Resonanz auf diesen Aufruf war ergiebig. 

Leider beendeten die Kriegsunruhen alle Aktivitäten, und so wurden alle gesammelten Stücke verpackt auf dem Rathausboden gelagert.


Viele halfen mit
Viele Aktivitäten wurden in dieser Hinsicht von Herrn Oberlehrer Hiller und Herrn Oberlehrer Löbel gezeigt, auch halfen viele Handwerker und Schüler Roßweins mit. 
Aus Anlaß des 80. Geburtstages des Kammerrates Naupert stiftete die Stadt 1000 Mark für das Heimatmuseum und erwarb im Oktober 1924 eine umfangreiche Sammlung von Sachzeugen im Wert von 1800 Mark von Herrn Emil Wolf. Im selben Jahr wurden auch 150 Mark von der Stadt bereitgestellt und 1925 nochmals 500 Mark.
Renaissanceportal im Original um 1900Die Kopie des Eingangsportals unseres Heimatmuseums, ein Renaissanceportal mit Sitznischen, kostete im Jahr 1975 den Rat der Stadt Roßwein, die Denkmalpflege und die Roßweiner Betriebe die stolze Summe von 120000 Mark
Diese Kopie wurde aus Sandstein gearbeitet, allerdings bestand das Original aus Porphyr. 


Eine neue Heizung verkleinert das Museum
Im Jahr 1984 wurde durch den Neueinbau einer Heizungsanlage für sämtliche Räume des Rathauses, einschließlich denen des Abthauses, dem Museum aus bautechnischen Gründen ein großer Raum entzogen. Aus diesem Fakt resultieren die noch heute bestehenden unzureichenden Räumlichkeiten des Museums. Zu dieser Zeit fühlten sich viele Heimatfreunde übergangen und zogen sich zurück.

Trotz dieser Probleme wurde der einzige noch 
verbleibende Ausstellungsraum mit viel Liebe vor- und eingerichtet.
Diese Ausstellung gilt als Informationsausstellung und beschäftigt sich spezifisch mit Roßwein und Umgebung. Durch die Renovierung eines weiteren Raumes im Jahr 1989 und den Teilneuaufbau eines Prunkofens aus Meißner Porzellan konnte die Ausstellungsfläche vergrößert werden. 
Weitere Infos:
Stadtverwaltung Roßwein
Markt 4
04741 Roßwein
Tel.: 03 34 22 - 4 66-0
Fax: 03 43 22 - 4 34 81

Der „Klosterkeller"
In der Zeit von ca. 1890 bis vor 1920 wurde das Abthaus als Gaststätte „Klosterkeller" genutzt und war für seine vorzügliche Bewirtung durch H. Wilhelmi bekannt. Am 15. Dezember 1919 gründete sich ein Verein, der die Heimatgeschichte aufarbeitete und diese ab Januar 1920 in der Beilage des Roßweiner Tageblattes „Unsere Heimat" den Lesern vorstellte. 
Er regte dazu an, die gelagerten Sachzeugen wieder der Öffentlichkeit zugängig zu machen. Wegen der
eintretenden Geldentwertung manifestierte sich oben genannter Verein leider nicht. Erst nach der Stabilisierung der finanziellen Verhältnisse konnte im Jahr 1924 die Einrichtung und Sichtung der 
vorhandenen Stücke in dem zugewiesenen Museumsraum erfolgen.
Rathaus und Abthaus um 1905

Ein kleiner Musikautomat mit Walze
Zu den attraktivsten Stücken, vom Schauwert ausgehend, gehören ein Prunkofen aus Meißner Porzellan, ein Hochrad sowie ein Schrankpolyphon und ein kleiner Musikautomat mit Walze, welche beide noch funktionstüchtig sind und zur Freude der Besucher auch noch heute gelegentlich in Betrieb genommen werden. 

IDA <Service-Pool> Roßwein