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Bergbau
im Roßweiner Stadtgebiet
www.vma-rosswein.de
vom den Stadtbränden vernichtet
Akten sind nicht mehr vorhanden

die Auskunft darüber geben, wann der Bergbau in Roßwein begann.
Die vielen Stadtbrände vernichteten wertvolle Schriftstücke aus dem 12.,13.,14., und 15.Jahrhundert.
Die Chronisten in den umliegenden 
Dörfern und Städten deuten auf das 14.Jahrhundert
Aus dieser Zeit sind folgende Bergwerksnamen bekannt:

  • Kaiser Heinrich (nach dem Kaiser Heinrich von Luxemburg 1310 zum Kaiser gekrönt)
  • Kaiser Karl(nach dem Nachfolger Kaiser Heinrichs, der von 1347 bis 1378 regierte)
  • Dorothea

Zwei Etappen im Roßweiner Bergbau: 
  • von der Mitte des 14. Jahrhunderts bis zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges. Während der Kriegswirren kam der Bergbau vollständig zum Erliegen.
  • von 1689 bis etwa 1829
Eine große Übersichtskarte in der Bergakademie Freiberg zeigt zwar einen Teil der ältesten Bergwerke, aber ohne Jahreszahleintragung.
Weitere Infos unter:
Stadtverwaltung Roßwein
Markt 4
04741 Roßwein
Tel.: 03 34 22 - 4 66-0
Fax: 03 43 22 - 4 34 81
Sächsischer Bergmann in Paradeuniform, 1831

Der Bergbau bis zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges
„Kaiser Heinrich-Stollen"
„Kaiser Karl-Stollen“
„Dorothea-Stollen“
Diese Stollen lagen hinter den Scheunen-Burggraben und sind nicht mehr vorhanden, oder aber ihre Mundlöcher sind vermauert, verdeckt und
daher nicht mehr bekannt. 

Bergbaubetrieb am Troischaufelsen
Von diesem Stollen ist kein Name überliefert.
Die alten Bergskizzen zeigen, daß das Mundloch kurz über dem Muldenspiegel lag und der Stollen 50 Lachter (etwa 100 m) in der Richtung Nordwest-West in den Berg stieß.
Im Dreißigjährigen Kriege war er ein Unterschlupf für manche Freibeuter und Außenseiter.
In dieser und der nachfolgenden Zeit wurde dieser Ort in den Abend-und Nachtstunden gemieden, denn um den Stollengang begann sich der Aberglaube zu ranken.
Mit dem Bau der Straße von Roßwein über Niederstiegis nach Döbeln wurde ein Teil des Felsens weggesprengt so daß das Mundloch (Stolleneingang) zugeschüttet unter der Straße liegt.

„Alte Augustus-Stollen" 
Das Mundloch lag gegenüber der letzten Villa in der Goldbornstraße.
Der Stollen zog sich längs des Hasensprunges nach Osten bis zur jetzigen Buschgrenze. Das Mundloch des „Alten August-Stollens" verschwand mit dem Bau der Bahnlinie Borsdorf-Meißen.

„Mundloch eines oberen Stollen"
Im Hasensprung befand sich das Mundloch zu dem Stollen mit der alten Bergbezeichnung „Mundloch eines oberen Stollen".  Der Stolleneingang ist verschüttet.
Der Stollengang zog sich längs des Hasensprunges  bis zur Waldecke. 
Die alte Bergzeichnung zeigt noch einen oberen Stollen, der bis unter die Wettinhöhe ging. 
Beide Bergbetriebe förderten Schwefel-und Kupferkies.


„Schatzkästlein Gottes"
Zwei Mundlöcher mit Stollen befanden sich hinter der Felsklippe am ehemaligen Talbad und kurz vor der Eisenbahnbrücke mit Namen „Schatzkästlein Gottes".
Beide Mundlöcher sind beim Straßenbau beseitigt worden.

Der Bergbau nach dem Dreißigjährigen Kriege

Der Chronist Knauth berichtet aus dem Jahre 1689: „...Im Junio ward auch zu Rußweyn das uralte Bergwerk hinter den Scheunen, der Kayser Heynrich genannt, durch den Freybergischen Bergbeamten besichtigt. So danne wieder aufgenommen, beräumet und der Stollen erneuert, nachdem über 50 Jahre wüst gelegen."
1669 begannen Besichtigungen der alten Bergwerksstätten, um den Bergbau wieder aufleben zu lassen.



„Kaiser Heinrich“
Die alten Stollen, und Schachtanlagen des „Kaiser-Heinrich" wurden wieder in Betrieb genommen, denn sie zeigten noch immer eine starke Fündigkeit, die erst 1738 erschöpft war.

„Neue Hilfe Gottes"
Der Stollen, der den Namen „Neue Hilfe Gottes" bekam, wurde von der Etzdorfer Staße aus in Richttung des Hartenberges geführt.
Er brachte nicht den gewünschten Erfolg, denn mit zunehmender Tiefe verlor sich das erzführende Gangmaterial, so daß ab 1721 diese Schürfstelle ziemlich schnell verfiel.

„Augustus Morgengang"
Dieser Stollen bestand von 1709 bis 1796 und war sehr ergiebig. Der Stollen zog sich längs im Berg in der Richtung zur Eisenbahnbrücke im ehem.Talbad hin. Das Mundloch befand sich am Ende der Ochsenwiese.

„Himmelfahrtsstollen"
Man vermutete weitere Erzvorkommen am Hasensprung und fuhr den Hasensprung 1731 von der Etzdorfer Straße aus an und trieb den
„Himmelfahrtsstollen" in Richtung der Wettinhöhe vor. Er bestand bis 1767 und verfiel dann. Heute ist er nicht mehr zu finden.

„Hubertusburger Friedensstollen"
In der Mitte des 18. Jahrhunderts entwickelte sich der Bergbau gegenüber der Äußeren Wehrstraße. Der umfangreichste war der „Hubertusburger Friedensstollen". Er bestand von 1764—1829 und wurde bis in die Etzdorfer-Gersdorfer Flur vorgetrieben. Der Stollen verlief in Richtung Weggablung Gersdorf—Alte Mühle. Das Mundloch ist beim Bau der Eisenbahn beseitigt worden.

„Neuer Segen Gottes-Stollen
Diesen Stollen trieb man 1785 etwa 93 m östlicher vom Mundloch „Hubertusburger Friedensstollen" in den Berg. Aber 1790 war er schon erschöpft. 
Dieser Stollen verlief in der Richtung nach
dem Wege, der nach der alten Mühle führte und 
170 Meter von der Weggablung Gersdorf-Alte Mühle entfernt endete. Das Mundloch ist beim Bau der Eisenbahn
beseitigt worden.


„Kaiser Heinrich Spatgang"
Zwischen diesen beiden Mundlöchern und Stollengängen verlief der mächtige „Kaiser Heinrich Spatgang", der sich von dem Freigut Troischau nach Gersdorf zog und äußerst ergiebige Vorkommen an Kupfer-Schwefel-Kies mit Silberbeimengungen führte. 

„Weißes Roß und Weintraube"
Diese Stollen begannen im Winkel am Troischau und galten als die schönsten Teile des ehemaligen Roßweiner Bergbaus.
Das Mundloch begann in einen abgedeckten Brunnen. Die Stollen verliefen in 7 bis 8 Meter Tiefe. Zwischen ihnen bestand eine Verbindung zum „Kaiser Heinrich Spatgang".

„Johannesstollen“
1802 wurde der „Johannesstollen" begonnenen. 
Das Mundloch befand sich unter der Firma Traugott Bauch, und der Stollen verlief in der Richtung Hartenberg (Weggablung Gersdorfer—Marbacher Weg). Der Hauptvortrieb endete unter der ehem. Villa Bauch.

Das Ende des Bergbaues
Obwohl man von Seiten der Verantwortlichen in Roßwein weitere „edle Erzadern“ und eine große Fündigkeit an „Gülden-Erz“ im Hartenberg vermutete und daher den „Johannesstollen“ weiter treiben wollte, gab das Bergamt in Freiberg keine weitere Genehmigung dazu.
Somit endet der Bergbau in Roßwein im Jahr 1814.

1926/27 fanden noch einmal Gesteinsuntersuchungen am Hasensprung statt. Man stieß auch auf Schwerspat, der aber nur geringe Mächtigkeit zeigte
und sich in der Tiefe verlor, so daß man sich gegen weiteren Abbauarbeiten aussprach.  


IDA <Service-Pool> Roßwein